Esther Bejerano & Mircophone Mafia

Esther Bejerano & Mircophone Mafia
Freitag | 15. Februar 2019 | 19:30 Uhr


In Familie Bejarano trifft Microphone Mafia!

Ein ungewöhnliches musikalisches Projekt im SCHANZ

Orient trifft Okzident, die Jüdin den Moslem, die Atheistin den Christen, Süd trifft Nord, alt trifft jung, Frau trifft Mann, Tradition trifft Moderne, Folklore trifft Rap, Herz trifft Verstand, die Familie Bejarano trifft Microphone Mafia – und alle arbeiten gleichberechtigt nebeneinander.

Esther Bejarano ging durch die Hölle von Auschwitz und Ravensbrück, ihre Kinder Edna und Joram konnten und können den ungebrochenen Antisemitismus am eigenen Leibe spüren. Ihr Programm „Lider far´s Leben“ besteht zu einem Teil aus Liedern in jiddischer Sprache, die in den Ghettos und KZs entstanden sind. Darin drückt sich Esther Bejaranos Herkunft, Geschichte und Selbstverständnis als Jüdin aus. Der zweite Teil des Programms beschäftigt sich mit der Gegenwart: Ausgrenzung, Rassismus, Gewalt und Krieg werden anhand von Stücken von Bertold Brecht, Nazim Hikmet oder Mikis Theodorakis thematisiert.

Die Texte werden im Original vorgetragen, mindestens in acht Sprachen – neben Deutsch – bringen die beiden Bejarano-Frauen bei ihren Auftritten zu Gehör: Jiddisch, Hebräisch, Ladino, Russisch, Romanes, Türkisch, Griechisch und Englisch, manchmal kommt noch Spanisch oder Italienisch dazu. Damit wollen sie ihr Verständnis von Völkerfreundschaft und –Verständigung ausdrücken.

Die Musiker der Microphone Mafia sind Rosario Pennino, Kultu Yurtseven und Önder Bardakci, typische „Jugendliche mit Migrationshintergrund“, aufgewachsen im Kölner Arbeiterviertel und zeitlebens konfrontiert mit Rassismus. Ihre Erfahrungen verarbeiten sie in ihren Musikstücken. Seit zwanzig Jahren rappen sie in der Microphone Mafia. Auch wenn manche Stücke betroffen machen, so strahlen die meisten Optimismus aus, sind so vielschichtig wie das Leben selbst, und trotz aller Höhen und Tiefen ein uneingeschränktes „Ja!“ zum Leben.
Veranstalter:
Mühlheimer Bündnis für Solidarität, Vielfalt und Toleranz gegen „Rechts“ – Demokratie leben